ADHS: Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivität

Kinder mit ADHS sind nicht nur häufig unkonzentriert und leichter abzulenken als gleichaltrige Mitschüler, sondern eben auch hyperaktiv. Sie sind zappelig, ständig in Bewegung und können sich nur selten ruhig mit etwas beschäftigen.

Training:

Kernsymptome bei ADHS:

  • Kinder hampeln, rutschen, verdrehen sich, kippeln auf dem Sitz
  • an Kleidung, Haaren und Gegenständen herumfingern
  • ungeduldig, wenn sie warten sollen
  • plötzlich einschießende Bewegungen, z.B. das Kind schreibt, und plötzlich grapscht es ausladend nach dem Radiergummi, sodass Umsitzende sich erschrecken
  • fuchteln mit Händen und Füßen beim Reden
  • haben “Hummeln im Hintern” bzw. stehen auf und laufen herum, wenn sie eigentlich sitzen bleiben sollten
  • wechseln häufig ihr Zielobjekt und ihre Tätigkeit
  • haben eine innere Unruhe und fangen ständig etwas Neues an
  • laufen viel herum und springen über “Tische und Bänke”, auch in gänzlich unpassenden Situationen (im Wartezimmer des Arztes, im Geschäft oder Restaurant)
  • sind of laut und “aufgedreht” beim Spielen und haben Schwierigkeiten sich leise zu verhalten, wenn es die Situation erfordert
  • Impulsivität: Das “ADHS-Plappermäulchen” sagt, was es denkt, ohne die Situation und den Kontext zu bedenken, wirkt taktlos durch spontanes Äußern seiner Gedanken, platzt häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet wurde, unterbricht oder lässt andere erst gar nicht zu Wort kommen, mischt sich ins Gespräch oder das Spiel anderer ein, leidet im “aufgedrehten” Zustand unter “Sprechdurchfall” und ignoriert dabei soziale Signale wie Desinteresse
Natürlich hat nicht jeder, der das in den Kernsymptomen beschriebene Verhalten an den Tag legt, deshalb ADHS! Die Menschen sind verschieden, die einen spontan und temperamentvoll, die anderen bedächtiger. Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie immer überlegt und mit Bedacht handeln. Es geht hier um jene Menschen, denen die altersentsprechende Impulskontrolle trotz guten Willens nicht gelingt und die dadurch in der Schule, im Beruf und im Privatleben in große Schwierigkeiten geraten. Es geht um die, die immer ins selbe “Fettnäpfchen” treten und darunter leiden.

ADHS ist zwar – je nach Ausprägung – eine deutliche “Lebenserschwernis” im Alltag, aber die betroffenen Menschen haben oft einen ausgesprochen gutmütigen, liebenswerten Charakter und meinen es meist gut. Die Gefahr ist, dass sich durch die sozialen Folgen und Reaktionen der Mitmenschen zusätzlich psychische Störungen einstellen.

Zusatzwissen

Wie entsteht AD(H)S?

Biologisch gesehen handelt es sich sowohl bei ADHS, als auch bei ADS um eine fehlerhafte Informationsverarbeitung zwischen den Gehirnabschnitten – Stammganglien und Frontalhirn -, für die Wahrnehmung, Konzentration, Planung und Impulskontrolle verantwortlich sind. Die Ursache hierfür ist das Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin, die wiederum entscheidend sind bei der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen.

Die Dopamin-Unterversorgung sorgt für folgendes Gedankenchaos bei AD(H)S-Kindern:

  • Eindrücke können nicht ausreichend gefiltert werden
  • Neue Gedanken werden dadurch nicht zurückgehalten, was dazu führt, dass begonnene Gedankengänge oft nicht zu Ende gedacht werden.
  • Konzentrationsprobleme und die fehlende Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, sind die logische Folge.