ADS: Aufmerksamkeitsdefizit

Kinder mit ADS fallen durch Tagträumen auf. Sie wirken permanent reizüberflutet. Auch wenn es nach außen nicht so scheint: Sie leiden unter dauerhaftem Stress. Die Fähigkeit, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu “filtern”, scheint nicht vorhanden zu sein. ADS-Kinder reagieren auf diese Reizüberflutung unbewusst und nahezu automatisch mit einem “Abschalten”, einer Flucht in die Abwesenheit.

Training:

Kernsymptome bei ADS (Beeinträchtigte Aufmerksamkeit):

  • Träumen wie “Hans-guck-in die-Luft”
  • überlesen, übersehen und überhören Details
  • beachten häufig Einzelheiten nicht
  • bauen Flüchtigkeitsfehler ein (in der Schule und bei sonstigen Aktivitäten)
  • hören scheinbar nicht richtig zu, weil sie andere Dinge im Kopf haben
  • können Erklärungen nicht folgen, weil sie innerlich abwesend sind
  • führen häufig Anweisungen nicht vollständig aus
  • bringen begonnene Tätigkeiten nicht zu Ende
  • haben Schwierigkeiten, längere Zeit mit Aufmerksamkeit bei der Sache zu bleiben
  • haben Schwierigkeiten beim Organisieren von Aufgaben und Aktivitäten
  • vermeiden oder beschäftigen sich nur widerwillig mit fremdgestellten Aufgaben, die andauernde geistige Anstrengungen erfordern (wie Mitarbeit im Unterricht oder Hausaufgaben)
  • verlieren oder verlegen häufig wichtige Dinge
  • lassen sich leicht durch äußere Reize ablenken
  • sind bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich
Natürlich hat nicht jeder, der das in den Kernsymptomen beschriebene Verhalten an den Tag legt, deshalb ADS! Die Menschen sind verschieden, die einen spontan und temperamentvoll, die anderen bedächtiger. Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie immer überlegt und mit Bedacht handeln. Es geht hier um jene Menschen, denen die altersentsprechende Impulskontrolle trotz guten Willens nicht gelingt und die dadurch in der Schule, im Beruf und im Privatleben in große Schwierigkeiten geraten. Es geht um die, die immer ins selbe “Fettnäpfchen” treten und darunter leiden.

ADS ist zwar – je nach Ausprägung – eine deutliche “Lebenserschwernis” im Alltag, aber die betroffenen Menschen haben oft einen ausgesprochen gutmütigen, liebenswerten Charakter und meinen es meist gut. Die Gefahr ist, dass sich durch die sozialen Folgen und Reaktionen der Mitmenschen zusätzlich psychische Störungen einstellen.

Zusatzwissen

Wie entsteht AD(H)S?

Biologisch gesehen handelt es sich sowohl bei ADHS, als auch bei ADS um eine fehlerhafte Informationsverarbeitung zwischen den Gehirnabschnitten – Stammganglien und Frontalhirn -, für die Wahrnehmung, Konzentration, Planung und Impulskontrolle verantwortlich sind. Die Ursache hierfür ist das Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin, die wiederum entscheidend sind bei der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen.

Die Dopamin-Unterversorgung sorgt für folgendes Gedankenchaos bei AD(H)S-Kindern:

  • Eindrücke können nicht ausreichend gefiltert werden
  • Neue Gedanken werden dadurch nicht zurückgehalten, was dazu führt, dass begonnene Gedankengänge oft nicht zu Ende gedacht werden.
  • Konzentrationsprobleme und die fehlende Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, sind die logische Folge.